Schulpastoral an der Bischöflichen Marienschule

Die Leitidee "Keiner fällt durchs Netz" findet sich in der Schulpastoral der Bischöflichen Marienschule wieder. Nach unserer Auffassung hat die katholische Förderschule die Aufgabe, die kirchliche Verantwortung für die Gesellschaft wahrzunehmen, und dies insbesondere für die schwächeren und benachteiligten Glieder dieser Gesellschaft.

Diesen Benachteiligungen begegnen wir durch:

  • gelebte mitmenschliche Achtung und gegenseitige Wertschätzung
  • Atmosphäre der Menschlichkeit
  • Erleben von Gemeinschaft
  • Akzeptanz jeder Schülerpersönlichkeit und Sorge um jeden Einzelnen in seinen spezifischen Lebensumständen
  • Vermittlung einer mehrdimensionalen Sichtweise der Wirklichkeit unter Einbeziehung der spirituellen Ebene
Die Schülerschaft unserer Schule ist in erster Linie gezeichnet durch den Förderbedarf im Bereich soziale und emotionale Entwicklung. Dadurch ergibt sich eine Verteilung der Religionszugehörigkeit, die sich wie folgt entwickelt hat: 55 % Katholiken, 10 % Evangelische, 15 % Muslime, 20 % Bekenntnislose.
In den Familien unserer Kinder und Jugendlichen spielt die religiöse Erziehung, die Auseinandersetzung mit den Sinnfragen und die Vermittlung von christlichen Werten in der Regel eine immer geringere Rolle.
Durch unser handelndes Vorbild wollen wir unseren Kindern und Jugendlichen andere, christlich geprägte Lebenserfahrungen ermöglichen:
  • Zwischenmenschlicher Umgang, der geprägt ist durch Freundlichkeit und Respekt (z. B. Begrüßung und Verabschiedung, Einhaltung von gemeinsam aufgestellten Regeln, Umgang mit Konflikten und deren Lösungen, Anteilnahme an der persönlichen Befindlichkeit).
  • Unterstützung in aktuellen Krisensituationen in kommunikativer, praktischer und materieller Hinsicht.
  • Im Unterricht greifen wir basale Inhalte des Kirchenjahres auf und lassen diese z. B. durch Geschichten (auch biblische) Symbole und Rituale lebendig werden. Als besonders geeignet erweisen sich hierbei kreative Ansätze in Projektform. (Beispiel siehe Anhang).
  • Seit über 10 Jahren gestaltet das Kollegium in Zusammenarbeit mit dem Schulseelsorger, Pfarrer Karlheinz Laurier, 2-tägige Besinnungstage zu Themen, die sich aus der schulischen Arbeit und den theologischen Fragen im Kollegium entwickeln. Stichwortartig seien einige Themen genannt: Weihnachten, Engel, Wege des Lebens (Labyrinth), Mystik … Aus den Besinnungstagen erwuchsen jeweils konkrete Bezüge zu Unterrichtsvorhaben, die individuell umgesetzt wurden.
  • Persönliche Beratungsgespräche mit Eltern und Schülern haben in unserem Schulleben einen hohen Stellenwert. Sie finden sowohl regelmäßig begleitend als auch situativ zur Krisenintervention statt.
In diesen Gesprächen geben wir unserem Gegenüber Raum für seine Sichtweise auf das eigene Leben und die aktuellen Probleme. Wir vermitteln aus unserer christlichen Perspektive in diesen Gesprächen Anregungen und Verhaltensalternativen, wobei wir den Standpunkt unserer Gesprächspartner grundsätzliche respektieren. Nach unseren Erfahrungen ergeben sich in diesen Zusammenhängen immer wieder Situationen, in denen wir nach unserer Stellungnahme zum Glauben und unserer persönlichen Gotteserfahrung gefragt werden.

Die Lebenswirklichkeit unserer Schülerinnen und Schüler ist geprägt von Misserfolgserlebnissen, Selektion, Stigmatisierung sowie oftmals von prekären oder instabilen Lebensbedingungen.

Für die Zukunft sehen wir es als unsere Aufgabe an, für eine Schülerschaft mit weiter sinkender religiöser Vorerfahrung Angebote und Anlässe zu entwickeln und aufzugreifen, um christlichen Glauben kennenzulernen und erfahrbar zu machen.